Tipps und Tricks vom Profi

Meine erste Golfausrüstung

Welche Golfschläger soll ich kaufen?
Mit dieser Frage haben viele Golfer zu kämpfen. Doch leider kann sie nicht generell beantwortet werden, weil die Wahl der richtigen Golfschläger von vielen Faktoren abhängt.

Ein Blick auf die Websites der Online-Händler und in die Kataloge zeigt: Die Vielfalt an Golfschlägern ist riesig. Die Begriffe sind für viele verwirrend. Da wird von Titaniumköpfen, Trägheitsmomenten und verstellbaren Hosels geredet.
Ein Fachchinesisch, das gerade Einsteiger verwirrt. Wer sich (zum ersten Mal) mit Schlägern ausrüstet, sollte sich im Fachhandel beraten lassen, um am Ende nicht mit dem völlig falschen Equipment an den Start zu gehen.
Auf jeden Fall gilt: Golfschläger sind so unterschiedlich wie Fahrräder oder Autos. Für jeden Typ gibt es das richtige Produkt.
 
Wo kaufe ich?
“Hände weg von Ebay & Co.” gilt vor allem für Anfänger, die noch nicht abschätzen können, welches Produkt zu ihnen passt.
Seien Sie vorsichtig mit dem Kauf von Golfschlägern in Auktionen, auch wenn diese vermeindlich neu sind. Bei gebrauchten Schlägern ist oft der Zustand nicht genau erkennbar, bei neuen Markenschläger handelt es sich oft um Imitate aus China, welche wie bei den Uhren fast 100% identisch aussehen, aber nur aus minderwertigen Materialen hergestellt werden. Auf jeden Fall sind Sie im Fachhandel oder beim Golflehrer besser aufgehoben. 

Marke oder billig?
Kaufen Sie keine Imitate aus Asien oder billige Golfschläger von welchen Sie noch nie gehört haben (No Name Produkte). Diese sind ihren Preis nicht wert und Sie werden damit Ihr Golfspiel auch nicht verbessern können. Billige Komplett-Sets gibt es zum Teil schon für unter 350.— Franken. Für Golfer, die den Sport regelmässig ausüben wollen, ist das allerdings keine echte Alternative. Die Verarbeitung und auch der Stahl sind oft sehr minderwertig – gut möglich, dass Ihnen damit die Schlägerköpfe schnell um die Ohren fliegen. Die Preise für die Schläger sind in den vergangenen Jahren deutlich gesunken, so dass der Einstieg auch punkto Material vergleichsweise günstig geworden ist.

Was gehört ins Einsteiger-Set?
Erlaubt sind im Golf maximal 14 Schläger. Das sind für  
Anfänger deutlich zu viele. Starten Sie mit einem guten Putter, zwei Wedges (Sand- und Pitching Wedge), Eisen 5 bis 9 sowie ein Hybrid und ein Fairwayholz. Driver und weitere Fairwayhölzer / Hybriden können Sie zu einem späteren Zeitpunkt nachkaufen.

Woran erkenne ich Anfängerschläger?
Grundsätzlich gibt es keine expliziten Anfängerschläger. Passender wäre der Ausdruck “Komfortmodell”. Schläger mit grosser Schlagfläche, breiter Sohle, viel Gewicht an den Rändern macht den Schläger fehlerverzeihend. Solche fehlerverzeihenden Schläger helfen Ihnen bei schlechten Treffern noch zu einem einigermassen passablen Ergebnis zu kommen.

Wozu brauche ich Wedges?
Mit den Wedges spielen Sie die Annäherungsschläge ums Grün. Der Wedgeschlag ist ein kurzer hoher Ballflug. Zu Beginn reicht ein Sand Wedge (das man übrigens nicht nur aus dem Bunker, sondern auch zum Chippen und Pitchen benutzen kann) und ein Pitching Wedge.

Wussten Sie:  Profis führen bis zu vier Wedges im Bag mit. Ausserdem gilt bei den Profis die 4 – 3 - 2 Regel. Sie wechseln den Lobwedge (60°) viermal, den Sandwedge (56°) dreimal und den Gabwedge (52°) zweimal im Laufe einer Saison.

Hybrid / Rescue Schläger Hyb sind keine Fw Hölzer
Kaum ein anderer Schlägertyp steht aktuell so im Mittelpunkt des Interesses der Golfer wie das Hybrid, auch Rescue oder Utility Schläger genannt. Der Hybrid ist eine Mischung aus Holz und Eisen. Ursprünglich sollten die Hybriden in erster Linie die langen, schwer zu spielenden Eisen ersetzen. Sie eignen sich auch hervorragend für Schläge aus dem Rough. Wegen des grösseren und schwereren Kopfes gleiten die Hybriden besser durch das Gras. Die Gefahr hängen zu bleiben wird reduziert. Aufgrund dieser Vorteile sind die Hybriden gerade für Einsteiger eine sehr sinnvolle Schlägervariante. Aber auch die Tourpro's haben die  Vorzüge entdeckt und so ist kein Wunder, dass sich die vielseitigen Golfschläger auch in immer mehr Golfbags der Professionals befinden.

Achtung Irrglaube: Viele Golfer glauben, dass man mit einem Hybrid ein Fairwayholz  ersetzen kann. Das stimmt so nicht. Damit kann man die langen Eisen ersetzen!

Der perfekte Putter
Sparen Sie nicht beim Putter. Er sollte Ihnen gefallen, gut in der Hand liegen und ebenfalls von den Massen her passen. Probieren Sie unbedingt einige Modelle aus.

Der passende Ball
Golfbälle unterliegen im Design zwar gewissen Vorgaben, etwa was ihre Grösse betrifft, die Technologie ist aber extrem unterschiedlich. Golfbälle werden auf die verschiedenen Bedürfnisse der Spielstärken entwickelt. Mehrschalige Bälle (wie z.B. der Titleist Pro V1) sind für den guten Hcp Spieler mit viel Schlägerkopfgeschwindigkeit entwickelt worden. So gibt es auch Einsteigerbälle (wie z.B. der Srixon Ulti-Soft) die  
lange und gerade Schläge unterstützen und trotzdem weich im Putting sind. Es gibt auch Bälle speziell für Damen.

Lakeballs, Qualität aus dem Morast
Um den finanziellen Schaden gering zu halten könnten Sie vielleicht auf die Idee kommen, günstige Lake-Golfbälle zu kaufen. Eine verständliche Überlegung, welche jedoch Gift für Ihr Golfspiel ist. Lakeballs klingt erst einmal nach einer kostengünstigen Alternative. Doch wenn man einmal genauer darüber nachdenkt, leuchtet es eigentlich ein, dass jeder noch so teurer Hightech Ball durch Wochen und Monate im Morast und Wasser darunter leiden muss. Demnach kann es durchaus sein, dass der Ball nicht mehr rund ist oder bis zu 13 Meter kürzer fliegt.

Handschuhe
Der Golfhandschuh gehört zur Grundausrüstung eines jeden Golfers. Rechtshänder tragen ihn an der linken Hand. Er sorgt nicht nur für Griffigkeit während der Schwungbewegung, er verhindert auch Blasenbildung. Handschuhe gibt es aus Leder oder Kunststoff.

Golfgriff
Alles im Griff?
Der Griff ist der einzige direkte Kontakt den Sie zum Golfschläger haben. Ist Ihr Griff rutschig, abgegriffen oder sogar speckig kann das Ihr Golfspiel negativ beeinträchtigen. Tourspieler lassen nicht nur ständig ihre Griffe reinigen. In der Regel werden die Griffe auch dreimal im Jahr komplett erneuert. Das ist gewiss für Amateure etwas übertrieben, zumal Freizeitgolfer eindeutig weniger häufig ihre Golfschläger in die Hand nehmen. Trotzdem wird nach spätestens zwei maximal drei Jahren ein Griffwechsel zum MUSS. Nur ein stabiler, rutschfreier Griff ermöglicht einen präzisen Schlag.

Stahl- oder Graphitschaft 
Der richtige Schaft kann anhand der Schwung-Geschwindigkeit ermittelt werden. Graphitschäfte sind einfacher zu schlagen als die schweren Stahlschäfte. Ausserdem helfen die Graphitschäfte, dass Ihr Ball besser in die Luft kommt und bei einem schlechten Schlag dämpft er den Schlag besser ab. Mit zu nehmendem Alter reduziert sich die Schwunggeschwindigkeit. Leichtere Graphitschäfte können die Geschwindigkeit etwas steigern, so dass ein Teil der verlorenen Distanz wieder zurückgeholt werden kann. Bei Senioren wird auch empfohlen auf einen weicheren Schaft (Senior, A-Flex) zu wechseln.

Driver – der Neigungswinkel der Schlagfläche ist entscheidend
Vom Tee hat der Neigungswinkel der Schlagfläche (engl. Loft) einen grossen Effekt auf die Weite. Darum ist es sehr wichtig, dass Sie den richtigen Neigungswinkel für Ihren Driver wählen. Spieler mit einem etwas langsameren Schwung, normalerweise Damen und Senioren, sollten einen Driver mit einem stärkeren Winkel verwenden (12°-14°). Ein stärkerer Winkel verleiht dem Ball  
eine höhere Flugbahn wodurch er  weiter fliegt. Das ist für Sie vielleicht erstaunlich, denn viele erfahrene Spieler denken heute noch, dass mit geringerem Winkel der Ball weiter fliegt. Doch dies ist falsch. Spieler mit einem schnelleren Schwung brauchen lediglich weniger Winkel damit sie immer noch die maximale Weite erreichen. Fazit: Loft is your friend

Fitness / Stretching
In einem Interview mit Golfprofi Padraig Harrington (3 facher Major Champion) hat er verraten, dass er nicht jeden Tag auf der Driving Range Bälle schlägt bis zum Umfallen oder auf dem Platz trainiert. Was er jedoch täglich macht ist der Besuch im Fitnessraum. Mit täglichem Stretching fördert er Geist und Beweglichkeit. Ausserdem bekommt er mehr Länge und erreicht eine bessere Kontrolle über seinen Schwung und Stand.